Historie

...wie alles begann...

  • 1803

    1803

    Wiesbaden ist Hauptstadt und Regierungssitz des Herzogtums Nassau. Aus diesem Grund nimmt zu Beginn des 19. Jahrhunderts Wiesbaden eine rasante Einwohnerentwicklung. Die Einwohnerzahl verdoppelt sich alle 20 Jahre.

    Bildnachweis: Stadtarchiv Wiesbaden, Datierung 1800, eventuell Kupferstich

  • 1804

    1804

    Um der steigenden Einwohnerzahl Herr zu werden, werden die alten Stadtmauern eingerissen. Am nördlichen Rand der damaligen Innenstadt, am Rand des späteren historischen Fünfeck gelegen, werden am sogenannten „Heidenberg“ und dem Hang bis zum einstigen Römerkastell gelegen, Wohngebiete für einfache Leute, Handwerker und Kleinbürger gebaut.

    „…am schicklichsten, ohne den äußeren Anstand zu beleidigen, solche bescheidenen Wohnhäuser gebaut werden können…“ Zitat aus unbekannter Quelle

    Es waren kleine, einstöckige Häuser mit einem Zimmer, Küche und Bodenraum. Der Volksmund nennt das Gebiet wegen der kleinen Abmessungen der Häuser „Katzelochquartier“.

    Zu der damaligen Zeit liegt die Röderstraße weit außerhalb der Innenstadt. Wie berichtet wurde, war der Bereich sumpfig und schlecht zu bebauen.

    „…nicht nur weit von der Stadt entfernt, sondern auch so weich und „zähkötig“ sei, dass sie kaum von Pferden, denn von Menschen passiert werden könne…“ Zitat aus unbekannter Quelle.

    Bildnachweis: Stadtarchiv Wiesbaden, gezeichnet von C. G. Schütz

  • 1812 -1860

    1812 -1860

    Das Haus in der Röderstraße 39 wird von Wilhelm Konrad Ryhl erbaut und als Wohnhaus genutzt.

    1818

    Der Stadtbauer Christian Zais legt das historische Fünfeck an,bestehend aus der Wilhelmstraße, der Ringstraße, der Schwalbacher Straße, der Taunusstraße und der Röderstraße.

    1860

    Eine Tradition beginnt. Erwähnung des ersten „Apfelweinausschank“. Der Name „Poppenschänkelchen“ abgeleitet von Puppenschänke, hält Einzug.

    Bildnachweis: Stadtarchiv Wiesbaden, „Album von Wiesbaden“ ca. 1865

  • 1866-1870

    1866-1870

    Ende des „Deutschen Krieges“. Nassau wird von Preußen annektiert. Der Kaiser mit seinem Gefolge hält Einzug in Wiesbaden. Fürsten und reiche Kaufleute entdecken Wiesbaden als Ihren Wohnsitz. Ab dieser Zeit wird Wiesbaden zur Weltkurstadt. Villen erweitern nun Wiesbaden neben dem eigentlichen Stadtkern, dem „Historischen Fünfeck“.

    Auch das Gebiet „das Katzeloch“ bleibt davon nicht unberührt. Das Viertel platzt aus allen Nähten. Die Häuser in diesem Gebiet werden äußerlich aufgewertet, vergrößert, mit Erkern, und Stuck versehen. Vieles wird abgerissen und viel größer aufgebaut. Doch innen bleibt es „Kleinbürgerlich“.
    Einzig das Haus in der Röderstraße 39, „das Poppenschänkelche“, bleibt davon unberührt. Es bleibt als das letzte Häuschen des „Katzeloch“ für die Nachwelt erhalten.

    1870

    Der Bierausschank der Reichelbräu wird ins Leben gerufen. Inzwischen wird das „Poppenschänkelche“ von Friedrich Eschbächer geführt.

    Bildnachweis: Stadtarchiv Wiesbaden, Album von Wiesbaden“ ca. 1865

  • 1903

    1903

    Der Bierwagen der Reichelbräu kommt, um in den Kellern des „Poppenschänkelchen“ den Vorrat aufzufüllen. Eine Schlange bildet sich, um ein frisch gezapftes „Blondes“ in mitgebrachten Kannen mit nach Hause zu nehmen.

    Bildnachweis: Postkarte, Bobbeschänkelche von 1903, Verlag unbekannt

  • 1910-1936

    1910-1936

    Schwiegersohn Fritz Rauch übernimmt nun die Schänke. In dieser Zeit werden von fahrenden Handwerkern die Stuckhopfenranken innen und außen angelegt. Sie sind bunt bemahlt. In dieser Zeit ändert sich der Name „Poppenschänkelchen“ in den heute geläufigen Namen „Bobbeschänkelche“.

    Hier wird das Motto kreiert: „Vom Großvater bis zum Enkelche, Geh’n se all ins Bobbeschänkelche“

    1936

    Fritz Rauch verkauft das Haus und Schänke an seine Frau Johanna.

    Bildnachweis: Postkarte Bobbeschänkelche, ca. 1910-1930, Verlag: unbekannt.

  • 1950-2003

    1950-2003

    Das Ehepaar Meder bewirtschaftet nun das „Bobbeschänkelche“. Die urgemütliche Wirtschaft wird mit Antiquitäten und Kuriositäten ausgestattet und ist in dieser Zeit der Treffpunkt für Geschäftsleute und Unternehmer aus Wiesbaden.

    1975

    Peter Schönthal, ehemaliger Geschäftsführer des Hotel „Schwarzen Bock“, wird in diesem Jahr zum Pächter. Hier sollen „rauschende Feste“ gefeiert worden sein.

    1985

    Gudrun und Günther Dressler übernehmen das unverändert populäre Lokal.

    2000

    Das Haus wird von Dr. Hermann und Dr. Babara Doerr erworben.

    2003

    Als Pächter übernehmen nun Gudrun und Rainer Loß das Traditionslokal.

    Bildnachweis: Postkarte Bobbeschänkelche, ca. 1910-1930, Verlag: unbekannt.

  • ab 2010

    ab 2010

    - 150 Jahre Bobbeschänkelche-

    Noch immer, seit nunmehr 140 Jahren, ist die Reichelbrauerei aus Kulmbach der Haus- und Hoflieferant des Bobbeschänkelche. Noch immer kann man über das steile kleine Treppchen in das seit 150 Jahren grundsätzlich unveränderte Häuschen eintreten. Die Durchreiche für den Straßenverkauf des Bieres im Eingangsbereich, die bleiverglasten bunten Fenster, der Stuck von 1910 – die unter Denkmalschutz stehenden alten Weinstöcke, die die Hofwirtschaft überranken, die alte Holzvertäfelung und die alten Holztische - man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt.

    Wenn man die Augen schließt und ein „kühles Bier“ der Kulmbachbrauerei geniest, kann man es sich vorstellen, wie es war vor über 150 Jahren, als eine Tradition ihren Lauf nahm.

    Bildnachweis: Bild Bobbeschänkelche von 2003.

Öffnungszeiten

Montag-Sonntag: ab 17:30 Uhr
Sonn- und Feiertags: ab 17:30 Uhr

Kontakt

Restaurant Bobbeschänkelche
Röderstraße 39 - 65183 Wiesbaden
Tel: 0611 - 52 79 59 - Fax: -589 38 34